Ursprung/Origins

Eine künstlerische Versuchsanordnung von und mit Judith Egger und Dieter Braun

Event Details

Ausstellung

24. April - 14. Mai 2017
Mi - So | 10.00 - 18.00 Uhr

Eintritt frei

Die Künstlerin ist immer mittwochs und donnerstags zwischen 10 und 14.30 Uhr in ihrem "whiteBOX-Labor" anzutreffen.

Präsentation
der Ausstellung und einer Publikation

Donnerstag, 11. Mai 2017 | 19.00 Uhr

Begrüßung: Frank Enzmann (Kunstpreis zwei:eins)
Dialogischer Vortrag: Prof. Dieter Braun und Judith Egger
Moderation: Martina Taubenberger (whiteBOX)

Vom 24. April bis 14. Mai 2017 findet in der whiteBOX die prozessuale Ausstellung „Ursprung / Origins – eine Versuchsannäherung - über die Selbstorganisation der Materie und Entstehung des ersten Lebens auf der Erde“ statt. Judith Egger, Preisträgerin 2015 des neuen Münchner Kunstpreises zwei:eins 2015, und ihr Projektpartner Dieter Braun werden über die Dauer von drei Wochen ein künstlerisches Labor in der whiteBOX aufbauen, in dem der Dialog zwischen Künstlerin und Wissenschaftler in Objekten, Videos, Interviews und einem dazu entstandenen Buch gezeigt wird. Gleichzeitig entwickeln sie eine eigenständige installative Umgebung vor den Augen der Besucherinnen und Besucher der Ausstellung, die einen wilden Mix zwischen Dieter Brauns Labor und Judith Eggers Atelier darstellt.

Der Münchner Preis für Kunst „zwei:eins“ wird seit 2015 jährlich vergeben. Dotiert mit 12.000 Euro wird er ohne Altersbeschränkung für Künstlerinnen und Künstler ausgelobt, die in München geboren sind oder einen anderen Bezug zur Stadt haben, also entweder hier studieren, hier leben und arbeiten oder dies in der Vergangenheit getan haben. Getragen, vergeben und begleitet wird die Auszeichnung von einem Netzwerk kultureller Einrichtungen und Akteure in München. Der Verein „SoNet – Soziales Netzwerk e.V.“ stiftet das Preisgeld. Ausgezeichnet wird jeweils eine Projektidee aus dem Bereich der Bildenden Kunst, die mit einem außerkünstlerischen Feld oder einer wissenschaftlichen Disziplin kooperiert. Hierfür steht auch die Namensgebung zwei:eins.

Für das Preisträgerprojekt „Ursprung – eine Versuchsannäherung“ arbeitet Judith Egger erstmals mit einem Naturwissenschaftler zusammen. In seinem Labor in der Ludwig-Maximilians-Universität München sucht Dieter Braun, Professor für Biophysik, nach neuen Erkenntnissen über die Entstehung des Lebens auf der Erde vor mehr als drei Milliarden Jahren. Er geht mit seiner Arbeit u.a. der Frage nach, welche Prozesse die Evolution der ersten Moleküle vorangetrieben haben. Ebenso (und doch ganz anders) treibt die Künstlerin Judith Egger die Frage nach der „Lebenskraft“ um – der Kraft, der die Entstehung des Lebens zugrunde liegt. Diesem Thema nähert sie sich seit vielen Jahren in einer Vielzahl von Installationen, Zeichnungen und Performances. Natürlich herrschen in der Kunst ganz andere Regeln als in der Wissenschaft. Daraus ergibt sich ein spannender Dialog zwischen zwei sehr unterschiedlichen Sprachen und Methoden, Erkenntnis über die Welt zu gewinnen. Hier entwickelte sich in der Zusammenarbeit der beiden Projektpartner in einem Zeitraum von mehr als eineinhalb Jahren eine Art „Feedbackspirale“: ein Austausch, bei dem Fotos, Filme, Interviews, Installationen, Zeichnungen und Objekte zum Einsatz kommen und als Kommunikationsmittel genutzt werden. Diesen Dialog hat Judith Egger auf künstlerische Weise dokumentiert - er wird anhand der Ausstellung in der whiteBOX sowie eines Buches nachvollziehbar sein.

 

Die Künstler

Judith Egger

Die Künstlerin lebt und arbeitet in München. Sie studierte am Royal College of Arts, London, und erhielt 2001 dort ihren Master Degree. Sie hatte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Bereits 2004 gründete sie ihr künstlerisches „Institut für Hybristik und empirische Schwellkörperforschung“. Die Einrichtung ist für Judith Egger eine Art Forschungslabor, in welchem sie das Thema für ihre Arbeit findet: die künstlerische Gestaltung und Abbildung der Lebenskraft mit dem Schwerpunkt Natur mittels Zeichnung, Objektkunst und Performance. Judith Egger nähert sich ihrem Thema mit großer Konzentration und wertfreiem Blick. Dessen ungeachtet wird der Betrachter über eine sehr sinnliche Ebene von den Werken Eggers angezogen. Die Materialien, die die Künstlerin verwendet, stammen aus den Bereichen des Organischen und Pflanzlichen. Auf diese Weise entstehen anarchische Prozesse des Wachsens, Wucherns und Fließens.

www.judithegger.com

 

Dieter Braun

Prof. Dieter Braun ist System-Biophysiker. Er studierte Physik an der Universität Ulm und der TU München mit dem Diplomabschluss 1997. Er wurde 2000 am Max-Planck-Institut für Biophysik summa cum laude promoviert, war als Post-Doktorand 2000 bis 2003 an der Rockefeller University und habilitierte sich 2007 in Physik in München. Er ist Professor für Biophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2010 erhielt er den Starting Grant des European Research Council. 2011 bekam Braun den Klung-Wilhelmy-Weberbank-Preis „für seine Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens auf der Erde vor mehr als drei Milliarden Jahren.“ 2016 gründete Dieter Braun das Netzwerk OLIM (Origins of Life Initiative Munich), an dem eine Reihe von Münchner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen beteiligt sind.

www.biosystems.physik.lmu.de

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